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20.11.2007

Runde Sache: Schweißen im Tank
WILHELMSHAVENER ZEITUNG - Nov. 2007

WASSERTURM: Tonnenschwerer Behälter dreht sich um Roboter-Schweißanlage

Ende dieses Monats ist der neue Tank für den Wasserturm an der Bismarckstraße fertig. Rund 800 Meter Schweißnaht werden dann gelegt sein.

WILHELMSHAVEN/ H L/ M Ü
Das Ende der Spirale ist in Sicht: Noch knapp einen Meter Höhe, dann hat der Schweißroboter seine Arbeit getan. Bis Ende November folgen Restarbeiten, bevor das Wasser aus dem neuen Edelstahltank im 42 Meter hohen Wasserturm am Rand des Kurparks fließt.
25 Tonnen wird der Tank wiegen, die rund 550 Quadratmeter nichtrostenden Stahls halten 800 Meter Schweißnähte zusammen. Zehn Meter hoch und 16 Meter im Durchmesser, sind am Ende die 25 Tonnen Eigengewicht wenig im Vergleich zur Wasserfüllung von 1800 Tonnen, die das bald hundert Jahre alte, 1911 eingeweihte Gebäude zu tragen hat.

Statische Gründe waren es denn auch, die aufwändige Vorarbeiten erforderlich machten und den ursprünglichen Fertigstellungstermin Oktober zu Fall brachten, erklärt Volker Henning, für die Rohrnetze der GEW zuständiger Abteilungsleiter.
Nach der stückchenweisen Heraustrennung des genieteten alten Stahlbehälters, der selbst zum Zusammenhalt des Wasserturms beitrug, musste diese Aufgabe eine Stahlträgerkonstruktion samt 36 Zentimeter dicker Betonplatte übernehmen. Darauf wurde zunächst der Boden des neuen Tanks montiert.
Volker Henning und Rolf Wischhusen, Geschäftsführer des mit der Planung beauftragten Bremer Ingenieurbüros Lührs. hatten sich überlegt, dass es vorteilhaft wäre, den Tank von innen zu schweißen. Ansonsten hätte man zwischen Tankaußen- und Turminnenwand deutlich mehr Platz lassen müssen. In Cuxhaven schaute man sich ein entsprechendes Projekt des württembergischen Verfahrenstechnikunternehmens Hydro-Elektrik an.


Ein Roboter schweißt die Tankwände. 
foto:hydro-elektrik

Beim GEW-Mitgesellschafter Thüga war man zunächst etwas skeptisch, dürfte sich jedoch vom Ergebnis überzeugen lassen. Manfred Brugger von Hydro-Elektrik demonstrierte gestern vor interessierten Beobachtern und der Presse das innovative Verfahren auf den letzten Turmmetern.
Der Schweißroboter befindet sich fixiert an einem Platz und bekommt die 75 Zentimeter breiten, vier Millimeter starken Bleche schubweise von der Rolle. Das heißt, die gesamte, nun über 20 Tonnen schwere Tankhaube dreht sich im Innern des Wasserturmgebäudes um ihre eigene Achse, mit der Schweißgeschwindigkeit von etwa einem Meter pro Minute, computergesteuert und -protokolliert. Am Ende wird abgesenkt und mit dem Boden verschweißt.
"In dieser Höhe und mit diesen Anforderungen ist das auch für uns eine Premiere" sagt Manfred Brugger. Die Roboter-Innenschweißanlage dafür ist eine komplette Eigenkonstruktion des Ravensburger Unternehmens. Weil sie im Tank selbst arbeitet, muss sie zu guter Letzt ein Kran aus einer vorbereiteten Öffnung im Tankdeckel heraushieven.
Von innen wird der Tank mit einem Sprühbeizverfahren von allen Schweiß- und Herstellungsrückständen befreit. Eine Anlage für die Beseitigung von späteren Verunreinigungen bleibt übrigens permanent im Tank integriert, der ja im Gegensatz zu seinem alten Vorgänger vollkommen geschlossen ist. Der frühere Tank hatte eine offene Wasseroberfläche, über die eine Minibrücke führte. Außen erhält der neue Tank einen Inspektionsfahrstuhl zur "Rundumbetreuung".
Hineinschauen wird man auch künftig können - durch Bullaugen, und nicht nur abends mit Beleuchtung.


Zwischen Tankaußen- und Turminnenwand ist wenig Platz.
foto:hydro-elektrik

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