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21.09.2006 "Auch die Notversorgung ist gesichert"
Auszug aus "Rund um Waiblingen" vom Do. 21. September 2006

Kreisweit einzigartig: Im Schnaiter Gewann Eselsweg werden selbstreinigende Trinkwasserspeicher aus Edelstahl aufgestellt

Weinstadt-Schait. Die Stadt Weinstadt will ihre Haushalte mit möglichst viel Eigenwasser versorgen. Weil der alte Trinkwasserspeicher in Schnait kaum mehr das Wasser aus einer Quelle in Baach fasst, und die Guckenbronnquelle in Schait noch gar nicht am Netz ist, wird jetzt ein neues Speichersystem mit mehr Volumen im Gewann Eselsweg errichtet.
300 000 Kubikmeter Eigenwasser fließen derzeit aus verschiedenen Weinstädter Quellen durch die städtischen Leitungen. Mit dem Einsatz der beiden neuen Edelstahltanks, die mit ihren Volumen von je 400 Kubikmetern neben dem Quelwasseraus Baach auch das aus der Guckenbronnenquelle in Schnait aufnehmen können, sollen es noch mehr werden: pro Jahr plus 30 000 bis 35 000 Kubikmeter mehr. Für ein verbraucherfreundliches Sinken des Wasserpreises reichen "die paar Tropfen allerdings nicht", war beim Pressegespäch zu hören.


Aber eine Menge anderer Vorteile soll das neue, moderne Wasserspeichersystem haben, dessen Bau bis zum ersten Einsatz Anfang des neuen Jahres rund 750 000 Euro kostet. Tiefbauamtsleiter Ulrich Buck sagt: "Mit dem Mehr an Eigenwasser kann neben Schnait auch ein Teil von Beutelsbach versorgt werden. "Noch besser als bisher. "Das gibt uns Sicherheit bei der Notversorgung. Wenn mal die Landeswasserversorgung abbricht, haben wir noch Wasser zur Hand."
Außerdem füge sich das Speichersystem mit den beiden Hochbehältern gut in die Landschaft ein. Was der Spaziergänger im Gewann sieht, ist ein einfacher Holzschuppen, der die beiden 6,40 Meter hohen Edelstahltanks mit ihrem Durchmesser von jeweils neun Metern beherbergt.
Bewußt habe sich die Stadt für diese überirdische Tankvariante entschieden. Einen Betonspeicher in die Erde einzulassen - so wie man es beim "Uraltbehälter aus der Gründerzeit" (Buck) gemacht hat - war von der Bodenbeschaffenheit her nicht möglich. Einen Beton koloss aufzustellen, war zu schwer. Edelstahltanks wiegen weniger.
Ausßerdem sind die Hochbehälter des Schaiter Modells mit der Technik zur automatischen Selbstreinigung ausgestattet. Statt einer aufwändigen Prozedur mit Personal, Einigungs- und Desinfektionsmitteln wie bei Betonbehältern braucht's in Schnait nur ein elektronisches Signal. Statt einer Woche dauerte die Tankreinigung damit nur einen halben Tag - ohne Personal, computergesteuert und über Hochdruck. Nötig sei das etwa einmal im Jahr. Damit sind die Kosten pro Jahr nach Angaben des Tiefbauamtsleiters "unwesentlich". Täglich würden Daten über den Wasserstand, den Zu- und Ablauf an die Stadtwerke übermittelt. Einmal in der Woche rücke jemand aus, dann gibt's eine Kontrolle vor Ort.
Bisher ist so ein Wasserspeichersystem mit sich selbst reinigenden Edelstahlbehältern im Rems-Murr-Kreis einzigartig. Um sich einen Eindruck von der Technik zu machen, fuhren Experten der Stadt Weinstadt nach Donaueschingen und Oberkochen.
Wenn Anfang 2007 die neuen Hochwasserbehälter in Betrieb genommen werden, hat der alte Erdbehälter ausgedient.

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